Forschung, Praxis und gesellschaftliche Verantwortung
Schule ist weit mehr als ein Ort der Wissensvermittlung. Sie ist ein komplexer sozialer Raum, in dem unterschiedliche Menschen, Erwartungen und Wertvorstellungen aufeinandertreffen. Wo Menschen zusammenleben, entstehen Regeln, Konflikte und Aushandlungsprozesse.
Meine wissenschaftliche und praktische Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen, Dynamiken und Folgen solcher Normenkonflikte. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die folgenden Themenfelder.
Normenkonflikte im schulischen Kontext
Normen strukturieren das Zusammenleben. Sie schaffen Orientierung, ermöglichen Gemeinschaft und bilden die Grundlage schulischer Erziehung. Gleichzeitig sind Normen nie selbstverständlich: Unterschiedliche soziale Hintergründe, familiäre Prägungen und gesellschaftliche Entwicklungen führen dazu, dass Erwartungen und tatsächliches Verhalten nicht immer übereinstimmen.
Mich interessiert insbesondere, wie solche Normenkonflikte entstehen, welche Dynamiken sie entwickeln und welche Handlungsmöglichkeiten Schule besitzt.
Schulabsentismus
Schulabsentismus ist weit mehr als das bloße Fernbleiben vom Unterricht. Er kann Ausdruck individueller Belastungen, familiärer Probleme oder gesellschaftlicher Entwicklungen sein und stellt Schulen regelmäßig vor komplexe Herausforderungen.
Im Mittelpunkt stehen für mich Ursachenanalyse, Prävention und die Entwicklung nachhaltiger Interventionsstrategien.
Kriminalitätsfurcht und Viktimisierung von Lehrkräften
Gewalt gegen Lehrkräfte und die subjektive Wahrnehmung von Unsicherheit gewinnen zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung.
Mich interessiert insbesondere, welche Faktoren Kriminalitätsfurcht beeinflussen, welche Rolle tatsächliche Viktimisierungserfahrungen spielen und welche Auswirkungen diese Wahrnehmungen auf pädagogisches Handeln, Unterrichtsgestaltung und Schulentwicklung haben.
Soziale Kontrolle und Prävention
Jede Schule verfügt über formelle und informelle Mechanismen sozialer Kontrolle. Regeln, Sanktionen, Vorbilder und Gemeinschaft prägen das Verhalten von Schülerinnen und Schülern.
Ich beschäftige mich mit der Frage, welche präventiven Maßnahmen tatsächlich wirksam sind und wie Schulen Sicherheit, Orientierung und Verantwortungsbewusstsein fördern können.
Schule als sozialer Lebensraum
Schule ist nicht nur Lernort, sondern zugleich Lebensraum, Sozialisationsinstanz und gesellschaftlicher Spiegel.
Mich interessiert, wie schulische Strukturen das Zusammenleben beeinflussen, welche Bedeutung Beziehungen, Vertrauen und Autorität besitzen und wie Schule den gesellschaftlichen Wandel aufnimmt.
Wissenschaft und Praxis verbinden
Meine Veröffentlichungen verfolgen das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich aufzubereiten und für die schulische Praxis nutzbar zu machen.
Im Mittelpunkt stehen dabei keine einfachen Patentrezepte, sondern fundierte Analysen, interdisziplinäre Perspektiven und praxisorientierte Handlungsempfehlungen.