Kurzprofil
- Lehrer in Nordrhein-Westfalen
- Dipl.-Ing. (univ.)
- Offizier a. D. der Feldjägertruppe
- M.A. (Criminology, Criminalistics and Police Science)
- Autor mit den Themenschwerpunkten:
- Normenkonflikte im schulischen Kontext
- Schulabsentismus
- Gewalt und Viktimisierung
- Prävention
- Schule als sozialer Lebensraum
Warum ich mich mit Normen, Schule und Prävention beschäftige
Mein beruflicher Weg verlief nicht geradlinig – und genau darin liegt vermutlich seine größte Stärke.
Seit mehr als drei Jahrzehnten beschäftige ich mich aus ganz unterschiedlichen Perspektiven mit der Frage, warum Menschen Regeln befolgen, gegen sie verstoßen oder in Konflikt mit gesellschaftlichen Normen geraten.
Den ersten prägenden Abschnitt bildete meine Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr. Als Offizier der Feldjägertruppe – der Militärpolizei der Bundeswehr – war ich über viele Jahre mit Fragen von Ordnung, Sicherheit, Verantwortung und abweichendem Verhalten befasst.
Parallel absolvierte ich an der Universität der Bundeswehr München ein Studium des Bauingenieurwesens und der Umwelttechnik, das ich als Diplom-Ingenieur (univ.) abschloss.
Die Ingenieurwissenschaft lehrte mich, Systeme nicht isoliert zu betrachten, sondern nach den Mechanismen zu fragen, die hinter beobachtbaren Phänomenen stehen. Dieses Denken begleitet mich bis heute – heute allerdings mit dem Blick auf soziale Systeme wie Schule, Erziehung und gesellschaftliche Normen.
Nach meinem Ausscheiden aus der Bundeswehr führte mich mein beruflicher Weg in den Schuldienst. Heute unterrichte ich an einer öffentlichen Schule in Nordrhein-Westfalen die Fächer Mathematik und Technik. Dort begegnen mir täglich die Herausforderungen eines sozialen Systems, in dem unterschiedlichste Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen, Bedürfnissen und Wertvorstellungen zusammenleben.
Gerade diese Verbindung von wissenschaftlichem Denken und schulischer Praxis hat mein Interesse auf ein Themenfeld gelenkt, das mich bis heute beschäftigt: Normenkonflikte im schulischen Kontext.
Mich interessiert nicht allein, dass Regeln und Normen verletzt werden, sondern warum dies geschieht.
- Warum verweigern Schülerinnen und Schüler den Schulbesuch?
- Warum entstehen Gewalt- oder Mobbingsituationen?
- Wie entwickeln sich Konflikte zwischen schulischen Erwartungen und individuellen Lebenswelten?
- Warum erleben Lehrkräfte Unsicherheit oder Kriminalitätsfurcht – und welche Folgen hat dies für ihr pädagogisches Handeln?
Diese Fragen lassen sich weder ausschließlich pädagogisch noch ausschließlich juristisch beantworten. Sie berühren ebenso Erkenntnisse der Kriminologie, Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaft.
Zur wissenschaftlichen Vertiefung dieser Fragestellungen absolvierte ich an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum den Masterstudiengang Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaften. Diesen schloss ich mit dem akademischen Grad Master of Arts (M.A.) in Criminology, Criminalistics and Police Science ab. Die dort erworbenen kriminologischen, kriminalistischen und polizeiwissenschaftlichen Perspektiven bilden heute die Grundlage meiner wissenschaftlichen Arbeit zu Normenkonflikten, sozialer Kontrolle, Viktimisierung, Kriminalitätsfurcht und Prävention in schulischen Handlungsfeldern.
Mein Ziel ist es nicht, einfache Antworten zu geben. Vielmehr möchte ich wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich aufbereiten, unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und Denkanstöße für Lehrkräfte, Wissenschaft, Bildungspolitik und alle geben, die Schule als sozialen Lebensraum verstehen und weiterentwickeln möchten.
Mein Leitgedanke
Normen verstehen. Schule gestalten.
Denn nur wer versteht, wie Normen entstehen, wie Konflikte wachsen und warum Menschen unterschiedlich auf dieselben Situationen reagieren, kann nachhaltige Lösungen entwickeln.